Wie werde ich selbstständige/r Illustrator/in?

1. Anmeldung AHV

Sobald dein Einkommen mit der Illustration 2300 Franken im Jahr übersteigt, musst du dich bei der AHV deines Kantons als Selbstständig anmelden. Du füllst dabei ein Formular aus, in dem du schätzt, wie viel Geld du in einem Jahr in etwa einnehmen wirst. Aus dieser Summe wird dein AHV-Anteil berechnet und dir quartalsweise als Rechnung zugeschickt. Diesen Betrag kannst du jederzeit anpassen damit du nicht zu viel bezahlen musst.
Sobald dein Umsatz bei 100’000 Franken im Jahr liegt, bist du eventuell bereits Mehwertsteuerpflichtig (Abhängig von deinen Auslagen). Hier lohnt sich eine Abklärung.

2. Wie viel kostet meine Arbeit?

Nun solltest du festlegen zu welchem Stundenansatz du arbeiten willst. Wir empfehlen dir 100 bis 150 Franken pro Stunde, je nachdem, wie du deine Erfahrung und Fähigkeiten einschätzt. Du findest das ist viel? Dann warte mal was du von diesen 100 Franken noch alles bezahlen musst.

 

4. Webseite/Auftritt

Wir empfehlen dir, unbedingt eine Webseite für deine Selbstständigkeit anzulegen. Heute wird quasi alles übers Internet gesucht und gefunden. Auch wenn du dich damit nicht auskennst, gibt es sehr viele günstige Webseiten-Baukästen (wenn du keine Werbung oder eine eigene Domain auf deiner Seite haben willst, musst du so oder so etwas Geld ausgeben).
Beispiele für günstige und benutzerfreundliche Baukästen sind Jimdo oder WordPress.
Sobald du als Selbstständige/r arbeitest, trittst du als Marke auf. Du kannst diese Marke unterstützen, indem du dich für gewisse Farben, Formen oder Schriften entscheidest, mit denen du auftrittst. Du brauchst vielleicht nicht unbedingt ein Logo, aber ein gewisser Wiedererkennungswert schafft bei deinen Kunden Nähe und Vertrauen.

5. Administratives

Nun hast du deinen Stundenansatz festgelegt und eine Webseite vorbereitet, jetzt können die Kunden kommen…
Aber halt! Hast du auch alle wichtigen Unterlagen vorbereitet?
Mit einer Rechnungs- und Offertenvorlage bleibt dein Erscheinungsbild immer gleich.

Es lohnt sich ein eigenes Geschäftskonto zu eröffnen. Somit trittst du nicht nur als Profi auf, du hast auch die optimale Übersicht über deine Finanzen.

6. Steuern

Damit du am Ende deines Geschäftsjahres einen Überblick für deine Steuererklärung gewinnst, musst du eine Liste mit deinen Einnahmen und eine Liste mit deinen Ausgaben führen. Du bezahlst nur Steuern für deinen effektiven Gewinn. Bewahre all deine Quittungen und Rechnungen des ganzen Jahres auf (am besten sortiert). Dem Steueramt reicht zwar deine Liste mit den Einnahmen und Ausgaben, so kannst du aber noch Jahre zurück deine Buchhaltung nachweisen.

Vorsorge und Versicherungen

Unfallversicherung
Wenn du nicht angestellt bist, musst du dich unbedingt auch um deine Unfallversicherung kümmern. Das kannst du ganz einfach machen, indem du dich bei deiner Krankenkasse meldest.

Pensionskasse/BVG
Als komplett Selbstständige/r musst du dich selbst um deine 2. Säule (Berufliche Vorsorge) kümmern. Wenn du angestellt bist, läuft die Pensionskasse über deinen Arbeitgeber.
Hierfür gibt es zum Beispiel die Syndicom (syndicom.ch). Sie ist eine Gewerkschaft für Medien und Kommunikation und hat eine Pensionskasse die auf Freelancer zugeschnitten ist. Ausserdem erhälst du hier als Mitglied auch Rechtsschutz.

3. Säule
Eventuell lohnt es sich auch, über die 3. Säule nachzudenken, da du hier, im Gegensatz zur 2. Säule, etwas flexibler mit deinem Ersparten umgehen kannst.

Rechtsschutzversicherung
Je nach dem macht auch eine solche Versicherung Sinn. Für den Fall dass du rechtliche Schritte einleiten musst oder sonstige rechtliche Fragen hast, kannst du dich an deine Rechtsschutzversicherung wenden.

Berufshaftpflichtversicherung
Gut, wenn du regelmässig auswärtig arbeitest oder wenn du direkt beim Kunden arbeitest (Eventzeichnungen usw.)

Taggeldversicherung und/oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Als selbstständig Erwerbender kannst du keine Taggeldversicherung abschliessen. Dafür gibt es die VVG Erwerbsausfallversicherung. Überlege dir, wie viele Monate du ohne Lohn auskommen könntest, je nachdem wird deine Prämie tiefer ausfallen. Alles weitere hier:  www.kpt.ch.